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Details
zum Einsatz vom 28.09.07
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„Land unter“ in weiten Teilen des Kreises |
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Tondorf (ksta-online) Es war kurz vor fünf Uhr am Freitagmorgen, als Udo Crespin, der Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Euskirchen, den Landrat aus dem Bett klingelte. Wenig später stellte Günter Rosenke den Großschadensfall für seinen Landkreis fest. Früher hieß das „Katastrophenalarm“. „Mir blieb gar nichts anderes übrig. Unsere Feuerwehrleute hätten das nicht alleine bewältigen können“, erklärte Rosenke, der sich vor Ort ein Bild von der Lage machte. Bis dahin hatten Crespin und sein Führungsstab bereits 730 Feuerwehrleute aus so gut wie jeder Kommune des Kreises Euskirchen inklusive zweier Löschzüge aus dem Kreis Düren auf Trab gebracht. Die starken Regenfälle am Donnerstag und auch in der Nacht zum Freitag hatten an vielen Orten im Kreis Euskirchen zu gewaltigen Überschwemmungen geführt. Erft, Urft und Olef sowie zahlreiche kleinere Bäche konnten die Wassermassen nicht mehr aufnehmen, in vielen Ortschaften der Eifel war „Land unter“. Rosenke: „Ich kann mich nicht erinnern, ob es etwas in der Größenordnung jemals gegeben hat.“ Evakuierung in Gilsdorf Am schlimmsten traf es das 118-Seelen-Örtchen Gilsdorf, das zwischen Nöthen und Pesch liegt. Der Eschweiler Bach trat über die Ufer und überschwemmte den Ort. Innerhalb kürzester Zeit stand das Wasser in Gilsdorf fast einen Meter hoch in den Straßen, alle Häuser liefen voll. Im Laufe des Abends eilten Feuerwehrleute aus Mechernich, Kall, Nettersheim, Schleiden, Hellenthal, Blankenheim und Dahlem ins Bad Münstereifeler Stadtgebiet und versuchten, die Wassermassen mit Sandsäcken zu stoppen. Während des Einsatzes wurden insgesamt 13 000 Sandsäcke in den Bauhöfen der Kommunen gefüllt und verwendet. Das Technische Hilfswerk Euskirchen (THW) und Simmerath und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) aus dem Kreis rückten ebenfalls nach Gilsdorf aus. Eine bettlägeriger Mann, der im Erdgeschoss eines Hauses untergebracht war, schwamm beinahe auf einer Matratze durch die Wohnung und musste geborgen werden. Gegen Mitternacht wurden 20 Einwohner von Gilsdorf bei strömendem Regen evakuiert und in der Münstereifeler Heinz-Gerlach-Halle untergebracht. In vom DRK bereitgestellten Bussen konnten sich die Bewohner aufwärmen und, wenn nötig, behandeln lassen. Von einem Einsatzleitwagen der Feuerwehr in Kreuzweingarten aus leitete Feuerwehrchef Peter Pesch die Aktionen der Hilfskräfte auf Euskirchener Gebiet. Denn auch in den Ortschaften Kreuzweingarten und Rheder stieg das Wasser während der Nacht bis auf Kniehöhe. In Rheder schoss das Wasser der übergelaufenen Erft wie ein reißender Fluss durch die Straßen. Als ob das nicht schon genug gewesen wäre, spitzte sich die Lage gegen 4.45 Uhr noch einmal zu. Urft und Olef traten in Kall und Schleiden über die Ufer, das Hochregallager der Firma Papstar in Kall lief voll. Wißkirchen und Satzvey wurden überschwemmt. Es gab aber auch noch andere Folgen: Durch den Wassereinbruch wurden etwa bei Papstar oder auf der Wildenburg die Brandmelder ausgelöst. Für Udo Crespin und seinen Stab war dieses Szenario mit eigenen Mitteln nicht mehr zu stemmen. Deswegen musste der Landrat die Großschadenslage feststellen. Neben den Kameraden aus Düren, die schon im Einsatz waren, unterstützte ab neun Uhr der Rhein-Erft-Kreis die Arbeiten mit drei Zügen, ein weiterer Löschzug kam aus Köln. In der Eifel schwollen die großen Bäche innerhalb weniger Stunden zu reißenden Flüssen an. Insbesondere waren die Anrainer der Urft von den Fluten bedroht. Zwischen fünf Uhr und sieben Uhr überfluteten die Wassermassen zahlreiche Ortschaften. In Kall war die Bahnhofstraße unpassierbar, im Toom-Markt stand das Wasser 40 Zentimeter hoch. In Sötenich stand der Dorfplatz unter Wasser, auch die Trafostation der KEV konnte nicht mit Sandsäcken geschützt werden. Auch der Ort Urft war betroffen. Rund 1000 Notrufe Fast überall in Gemünd in den urftnahen Ortsteilen gab es am frühen Morgen Probleme. Im Bereich „Mauel West“ waren etliche Keller überflutet, in Malsbenden war der Fluss über die Ufer getreten und hatte zahlreiche Gärten und Häuser unter Wasser gesetzt. Die Polizei sperrte gestern Morgen die Urftseestraße. Zu dieser Zeit donnerte die Urft mit lautem Getöse durch Gemünd. Zahlreiche Schaulustige bestaunten die Wassermassen an der evangelischen Kirche und im Bereich „Am Plan“. Marcus Seiler vom Wasserverband Eifel-Rur, der die Talsperren betreibt, bestätigte gestern, dass es sich schon um ungewöhnliche Wassermengen handelte. In der Spitze wurden am Pegel Malsbenden gut 127 Kubikmeter Wasser pro Sekunde gemessen, die in den Urftsee schossen. In den Morgenstunden entspannte sich die Lage in Bad Münstereifel und Euskirchen, in der Eifel dauerten die Feuerwehreinsätze bis weit in den Nachmittag an. Insgesamt waren einschließlich der auswärtigen Wehrmänner 900 Helfer im Einsatz. Crespin schätzt die Anzahl der Notrufe in der Nacht auf etwa 800 bis 1000, tagsüber kamen aber sporadisch immer wieder weitere Hilfeersuchen von Leuten, deren Keller geflutet waren. |
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